Catering & Gemeinschaftsverpflegung

Modellkantinen als Vorbild für Gemeinschaftsverpflegung

Modellkantinen als Vorbild für Gemeinschaftsverpflegung© VZ NRW/adpic

Sechs Einrichtungen in NRW öffnen als Lernorte ihre Türen

Wie kann Gemeinschaftsverpflegung zukunftsfähig, gesund und alltagstauglich gestaltet werden? Antworten darauf geben die Modellkantinen des Kantinenprogramms NRW, die ab jetzt für andere Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung als Lernorte zur Verfügung stehen.

Bis zu 18 Millionen Menschen essen in Deutschland täglich in Kitas, Schulen, Hoch-schulen, Betrieben, Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. Wenn hier gesund, nachhaltig und regional gekocht wird, hat das eine große Wirkung. Bisher mangelt es jedoch an übergreifenden Konzepten. Mit Workshops und Austauschformaten hat das Kantinenprogramm NRW der Verbraucherzentrale NRW sechs Kantinen unterstützt, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und neue Impulse für eine zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung zu setzen.

Besser planen, weniger wegwerfen

Die sechs Einrichtungen aus verschiedenen Bereichen haben gezeigt, wie eine moderne Verpflegung in NRW praktisch umgesetzt werden kann. Begleitet durch das Kantinenprogramm NRW haben die Betreiber:innen ihren Speiseplan überarbeitet und weiterentwickelt. Sie planen nun die Speisen konkreter, vermeiden bewusster Speiseabfälle und integrieren regionale Lebensmittel erfolgreich in den Küchenalltag. Bei Einkauf, Produktion und Essensausgabe wird nun auf standardisierte Mengen geachtet und nur bei Bedarf nachproduziert. Krankenhausküchen berücksichtigen Nachfrageschwankungen bei Aufnahmen, Entlassungen und geplanten OPs. Übriggebliebene Speisen in Mensen werden teils am Nachmittag verkauft. Die Modellkantinen haben eine klare Menüstruktur und setzen auf Gerichte mit einem höheren Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie auf saisonale Akzente.

„Unsere Modellkantinen zeigen, dass eine attraktive und zeitgemäße Gemeinschaftsverpflegung machbar ist, wenn man Schritt für Schritt vorgeht und vorhandene Strukturen nutzt“, sagt Katrin Scholtyssek, Projektleiterin des Kantinenprogramms NRW bei der Verbraucherzentrale NRW. „Kleine, praktikable Anpassungen können den Alltag deutlich erleichtern und dabei einen positiven Beitrag zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln leisten.“

Orte des Austauschs und der Vernetzung

Die Modellkantinen sind zwei Krankenhausküchen aus Köln und Bedburg-Hau, Betriebskantinen aus Dortmund und Münster, das Studierendenwerk aus Paderborn sowie ein Caterer aus Essen. Sie stehen ab sofort anderen Einrichtungen offen – als Lernorte, die Einblicke in ihre Abläufe ermöglichen, Hospitationen anbieten und Fachveranstaltungen ausrichten. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Praxis zu teilen, voneinander zu lernen und Impulse für nachhaltige Veränderungen zu geben. Interessierte Einrichtungen können sich auf der Website des Kantinenprogramms NRW über die Modellkantinen informieren, ihre Schwerpunkte kennenlernen und direkt Kontakt aufnehmen.

Hintergrund

Das Kantinenprogramm NRW ist ein Projekt der Verbraucherzentrale NRW, gefördert durch das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Es unterstützt seit 2023 Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung dabei, ihr Angebot zu optimieren, Speiseabfälle zu reduzieren und den Anteil (bio-)regionaler Produkte zu erhöhen. Ziel ist es, in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung wie Betriebskantinen, Hochschulmensen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen das Angebot gesundheitsfördernd, zukunftsfähig und regional orientiert zu gestalten.

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